Wo ist Mr. Spock?

Seit Ende Juli zog Tierschutzkater „Mr. Spock“ bei uns ein. Ein rabenschwarzer, 2 jähriger, scheuer Kater, der fast sein ganzes Leben in einem spanischen Tierheim verbracht hat…….bis wir ihn adoptierten.

Inzwischen können wir „Spocky“ wie er liebevoll von uns genannt wird, streicheln und er schläft manchmal sogar bei uns im Bett. Sein bester Freund ist Carlos, unserer anderer Tierschutzkater aus Spanien, der 2 Wochen nach Spocky bei uns einzog und der sehr menschenbezogen ist. Carlos hat Spocky sehr geholfen einzusehen daß die Menschen doch gar nicht so übel sind.

Am Sonntag Mittag haben wir unserer Katerduo noch fröhlich zusammen herum laufen gesehen. Danach war Mr. Spock verschwunden und Carlos kam alleine vom Freigang nach hause. Wir haben zuerst gehofft daß unser Kater über Nacht wieder durch die Katzenklappe rein kommen würde. Aber auch am Montagmorgen war Spocky noch nicht zuhause.                                                                                                                                                      Ich habe mit meinem Mann vereinbart daß er mich auf der Arbeit anrufen soll wenn unser abgängiger Kater wieder auftaucht. Aber der erlösende Anruf kam nicht.                            Am Montagabend klingelte mein Mann an allen Häusern in der Nachbarschaft und bat die Nachbarn in ihren Garagen und Kellerräumen nachzuschauen ob Mr. Spock sich unbemerkt dort hinein geschlichen haben könnte. Alle angesprochenen Nachbarn waren sehr hilfsbereit. Aber niemand hatte unseren Spocky seit Sonntag gesehen und auch jetzt tauchte er nicht wieder auf.                                                                                                                   Mein Mann und ich suchten wieder und wieder unser Haus ab. Aber Mr. Spock blieb verschwunden.                                                                                                                                         Carlos klebte wie eine Klette an uns, so sehr vermisste er seinen Kumpel. Nur unsere beiden Katzenmädels schienen Spocky nicht sonderlich zu vermissen. Aber sie sind sowieso 2 Individualisten, die jeder ihr eigenes Ding machen.

Am Dienstag begannen wir Pläne zu schmieden um unseren Spocky bei den einschlägigen Suchdiensten als vermisst zu melden. In meiner Mittagspause las ich mir einen Bericht von einer Tierschützerin durch, die schon bei der Suche vieler vermisster Katzen geholfen hat. Sie riet den Katzenbesitzern auch zum x-ten mal an Orten zu suchen, denn in den meisten Fällen würden die vermissten Katzen ganz in der Nähe wieder auftauchen.              Am Dienstagabend folgte Carlos mir in unseren Waschkeller, denn ich wollte noch schnell die Wäsche, die dort zum Trocknen hing, von der Leine nehmen. Angrenzend an den Waschkeller gibt es noch einen kleinen Verschlag unter der Kellertreppe, der mit einer Tür abgetrennt ist und als Stauraum dient. Carlos stellte sich mit seinen Vorderpfötchen an dieser Tür hoch und signalisierte mir so daß ich die Türe öffnen sollte, damit er in den Stauraum blicken kann. (Carlos liebt es in alten Sachen herum zu stöbern.)                           Als ich ihm die Türe öffnete fiel mir ein Werkzeugkoffer entgegen, der in diesem Verschlag gestanden hatte.                                                                                                                                        Weil ich mich wunderte daß der Werkzeugkoffer so seltsam von innen an der Tür gelehnt hatte, blickte ich in den dunklen Verschlag. Ich glaubte an eine Sinnestäuschung als ich ganz hinten im Dunkeln zwei gelbe Augen funkeln sah. Sooo sehr hatte ich mir die letzten 2 Tage doch gewünscht daß unser Spocky wieder auftauchen würde, daß ich jetzt wohl schon zu halluzinieren  begann. Sekundenlag starrte ich wie gebannt auf diese 2 gelben Punkte, die mir zeitweise zu zublinzeln schienen. Aber nein, das konnte nicht sein! Wir hatten doch seit Mr. Spocks Verschwinden bereits mehrfach in diesen Verschlag geguckt und nie etwas gefunden. Auch Carlos konnte ich nicht bewegen in den Verschlag zu gehen und seinen Freund dort raus zu holen.                                                                                        Also ging ich hoch in unsere Wohnung und informierte meinen Mann über das was ich gesehen hatte. Mit Spockys Lieblingsleckerlies bewaffnet gingen wir zu zweit zurück in den Keller. Nun konnte mein Mann die beiden gelben Augen auch sehen. (Also war es keine Einbildung meinerseits.) Aber Mr. Spock blieb wie angewurzelt im hintersten Winkel des Verschlags sitzen.                                                                                                                                    Nach viel gutem Zureden und mit Hilfe der Leckerlies konnten wir ihn schließlich überreden in den Waschkeller vor zu kommen, wo er von seinem Freund Carlos ganz lieb, mit vielen Nasenküssen begrüßt wurde.                                                                                             Diese Szene war so rührend daß ich sie niemals vergessen werde. Spocky fiepte dabei ganz hell als wollte er sagen „Ich bin sooo froh Euch wieder zu haben.“                                              Beide Kater liefen nebeneinander her in unsere Wohnung hoch und Spocky verputzte erstmal eine riesen Portion Nassfutter. Anschließend wurde ausgiebig mit Frauchen und Herrchen auf dem Bett geschmust. Und später wilde Verfolgungsjagden mit Kumpel Carlos unternommen. Die beiden Kater müssen sich gegenseitig wahnsinnig vermisst haben.

Wir haben Mr. Spocks Verschwinden recherchiert:                                                                   Am Sonntag Mittag war mein Vater in den Keller gegangen und hatte Werkzeug aus dem Verschlag geholt. Dabei muß unser Spocky sich unbemerkt in den Verschlag geschlichen haben. Mein Vater hat ihn unbeabsichtigt dort eingesperrt.                                                      Als mein Mann und ich im Verschlag nach unserem vermissten Kater gesucht haben hat dieser sich vor lauter Angst dort verborgen gehalten.                                                                     Ich habe in dem Bericht der Tierschützerin gelesen daß eingeschlossene Katzen das zuerst tun und erst nach 3-5 Tagen anfangen sich bemerkbar zu machen, wenn ihnen klar wird daß sie da ohne fremde Hilfe nicht wieder raus kommen. Allerdings können nach 3-5 Tagen ohne Futter und Wasser schon Schäden an Leber und Nieren entstanden sein. Ein großes Alarmzeichen sei es wenn die aufgefundene Katze nicht von alleine fressen mag. Dann sei ein schneller Tierarztbesuch unumgänglich.

Unser Mr. Spock war gute 2 Tage abgängig und hat auch gleich wieder gut gefressen. Auch ist er vom Verhalten her wieder ganz der Alte. Darüber daß er uns heute morgen bereits um 6.00 Uhr mit seinen Tobeattacken mit Carlos geweckt hat, haben wir uns sogar gefreut und ihnen den Spass von Herzen gegönnt.

 

Dieser Beitrag wurde unter Deine Katzengeschichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Wo ist Mr. Spock?

  1. DG sagt:

    Eine dramatische Geschichte, mit gutem Ausgang.

    Man mag sich nicht vorstellen, wie sich der kleine „Mr. Spock“ gefühlt haben muss, in der Dunkelheit zu sitzen ohne Wasser und Futter. Nur die bekannten Stimmen von Herrchen und Frauchen zu hören und sich nicht ausreichend bemerkbar zu können.

    Gott sei Dank ist diese Geschichte, durch die Reaktion von Carlos, „da hinter der Tür jemand, der deine Hilfe brauch“ Frauchen aufmerksam geworden und hat toll reagiert.

    Schön ist es auch, das es Mr. Spock, wieder blendend geht und er wieder mit Carlos auf Walze geht.

Schreibe einen Kommentar